


"1837 weilte Karl Marx in Alt-Stralau und fand hier als junger Student die Erholung die er zur Fortführung seiner Arbeit benötigte", steht auf einem Steinblock in der Mitte der Anlage - Man kann sich schon fragen, was an diesem Ereignis so wichtig sein soll, dass es den Bau einer Gedenkstätte begründen könnte. Der Zusatz "1890 kamen aus Hamburg die Glasarbeiter nach Alt-Stralau. Sie waren aktive Vertreter der Lehren von Marx und Engels. Von hier aus leiteten sie den groszen Streik der 'Buddelmaker' in ganz Deutschland im Jahre 1901 und führten ihn erfolgreich zu Ende", benennt zwar tatsächlich ein erinnerungswürdiges Ereignis, allerdings ist die Verbindung zu Marx' Kur doch mehr als gestelzt. Dass die streikenden Arbeiter wirklich "aktive Vertreter der Lehren von Marx und Engels" waren, hätte man zumindest mit Hinweisen über die Ziele und Organisationsformen des Streiks belegen müssen. Schließlich begrenzen sich diese Lehren nicht auf den Satz, die Arbeiter könnten nur in gemeinsamer Aktion ihre Interessen verteidigen - dazu braucht es keinen Marx und keinen Engels, das sieht auch noch jede bessere Gewerkschaft von sich aus ein. In der Form jedenfalls, in der Marx' Aufenthalt auf Stralau (dargestellt in einem Relief, auf dem der junge Marx bei Tische mit einem älteren Mann diskutiert) und der Steik (ein zweites Relief zeigt Arbeiter, die sich der preußischen Armee entgegenstellen) in Verbindung gebracht sind, gerinnt der Bezug auf den Schöpfer des "Kapital" zur bloßen Heldenverehrung - da hilft auch das völlig zusammenhanglos auf die Rückseite der Reliefwand geschriebene Zitat "Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern", nicht weiter.